Hecken pflanzen Teil 2

An einem wunderbaren sonnigen, etwas frischen Tag traf sich wieder eine muntere Gruppe, um mit 300 Pflanzen ein Feldgehölz oberhalb der Gleise am Rotsee in der Nähe der Seehöfe anzulegen:

Wer erfahren will, woher die Pflanzen stammen, die wir hier gesetzt haben, der schaue sich doch dieses Video an:

Trittsteinprojekt

Habt ihr schon einmal von einem Trittsteinprojekt gehört, oder einem Trittsteingarten? Nein? In Zürich wurde ein solches Projekt gestartet, um die Biodiversität im Siedlungsraum zu erhöhen. Das ist ja auch unser Anliegen hier im Rontal. Es wäre wunderbar, wenn wir so ein Projekt auch hier starten könnten. Hier geht’s zum Link und zu nützlichen Merkblättern: https://natur-im-siedlungsraum.ch/gartenberatung/trittsteingarten/

Standaktion am 6. März

Brrr, kalt und windig – Leute in Eile – kein Wunder… Schade, hat etwas Wärme gefehlt für die Standaktion von Äbike grünt. Aber nächsten Freitag folgt aber schon der nächste Anlass, ein Arbeitseinsatz. Siehe unter „Anlässe“

Hecken pflanzen Teil 1

Uff, wir haben es heute fast geschafft! Ein paar Sträucher werden am Folgetag noch in die schon ausgehobenen Löcher eingepflanzt:

150 m Qualitäts-Niederhecke lang, durchschnittlich 10 m (inkl. je 3 m Krautsaum) mit 30 % Dorngehölz breit,  am Rotsee/Sedel gepflanzt!

Nichts konnte unseren Arbeiteifer bremsen, nicht das graue, regnerische Wetter, der Wind, die Hanglage, die 10 cm Matsch an den Schuhsohlen… nichts!

Äbike grünt, Sybille vom lawa, Fam. Theiler vom Sedelhof

Pflanze des Monats: März

Schlüsselblume

Als Frühlingsbotin werde ich nach den dunklen Wintermonaten von vielen Menschen freudig begrüsst. Bald beginnt meine Zeit des Blühens, und so stelle ich mich euch gerne etwas näher vor:

Ich bin die Echte Schlüsselblume (Primula veris) und gehöre zu den Primelgewächsen. Im Volksmund erhalte ich manchmal den Namen Wiesen- Schlüsselblume oder Himmelsschlüssel.

Natürlich habe ich auch Verwandtschaft: Die Stängellose sowie die Hohe (Wald) Schlüsselblume. Vielleicht habt ihr eine von den beiden auch schon betrachtet.

Mein Name Himmelsschlüssel bezieht sich auf den Volksglauben: Zum einen erinnert er daran, dass Petrus seine Himmelsschlüssel auf die Erde fallen liess und an dieser Stelle, ja eben, die Schlüsselblumen wuchsen!  Zum anderen wird im Volk von einer Jungfrau erzählt, die die Gabe verleiht, verborgene Schätze aufzuspüren.                            Manchmal werde ich auch als Blume der Elfen bezeichnet, die Glück, Wohlstand und Schutz gewähren soll.

Das tönt doch alles spannend!

Und so sehe ich aus: Ich bin eine ausdauernde Pflanze, ca. 10- 30 cm hoch, mit länglichen, eiförmig gerippten Blättern. Meine Blüten sind glockig, von goldgelber Farbe mit orangen Flecken im Innern und duften ganz zart. Ihr entdeckt mich auf mageren Rasen und Wiesen, an Feldrainen und in lichten Wäldern. Besonders mag ich kalkhaltige Böden.

Meistens blühe ich von März bis Mai.

Gerne werde ich von Hummeln oder Faltern bestäubt.

In der Naturheilkunde werde ich oft für Atemwegserkrankungen- meistens in Form einer Teemischung- verabreicht.                                  Wenige junge Schlüsselblumenblättchen können auch einem Salat zugesetzt werden.

Nicht vergessen: Ich gehöre zu den geschützten Pflanzen!

Es ist schön, wenn ihr mich auf einem Spaziergang oder Wanderung entdeckt. Vielleich nehmt ihr euch die Zeit, mich ein paar Minuten genauer zu betrachten.

Es lohnt sich.

Monika Schybli – März 2021

Brombeergestrüpp

Heute waren wir bei frischem Wind und grauem Himmel unterwegs im Naturschutzgebiet Ried, um einerseits die sich ausbreitenden Brombeeren zurückzudrängen, andererseits schöne gerade und dicke Brombeerstängel von etwa 50 cm Länge als Nistmaterial für Wildbienen zu ernten.

Nur ein sehr kleiner Anteil aller Wildbienen, nämlich 3 %, nagt sich Gänge selbst ins Holz oder in markhaltige Pflanzenstängel. Pflanzenmark besteht aus abgestorbenen, mit Luft gefüllten Zellen. Aufgrund dieser Weichheit ist dieses Material sehr leicht für die Bienen zu bearbeiten. In der Natur werden fast nur Stängel besiedelt, die senkrecht oder schräg stehen und bei denen durch irgendeine Gewaltanwendung das Mark freiliegt, z. B. abgebrochene Brombeerranken. Durch den Stängel direkt ins Mark bohren können diese Bienen nicht, mit einer Ausnahme: die Dreizahn-Mauerbienen kann es – hat ja auch schon einen coolen Namen, oder?

Am meisten Bienen findet man in Brombeerstängeln, aber gut gehen auch Stängel von Beifuss, Distel, Heckenrose, Herzgespann, Holunder, Kletten, Königskerze, Sonnenblume. Wenn man also künstliche Nistplätze schaffen will, dann sollte man die Natur nachahmen: markhaltige Stängel einzeln (nicht in Bündeln) und senkrecht aufhängen! Mit einer Gartenschere auf eine Länge von 50-100 cm zuschneiden, dann an Holz- oder Metallstäbe mit Draht oder Sisalschnur festbinden und in den Boden stecken. Oder in einen Zaun einflechten, oder … es gibt viele Möglichkeiten.

Wildbienen fördern

Viele Jahre lang gab es einen Verein, der sich mit sehr viel Herzblut für Wildbienen einsetzte und sehr gute Aufklärungsarbeit leistete: wildbee – leider wurde er per 30.11.2020 aufgelöst. Verwiesen wird stattdessen auf https://igwildebiene.ch/

Die unglaublich vielen und guten Dokumente von wildbee sind noch zugänglich. Einen Teil davon stellen wir hier vor.

Wenn du Wildbienen fördern willst, dann beachte folgende Punkte:

Alle Arten von Giften schaden den Bienen: durch Beeinträchtigung ihres Lebensraumes oder ihres Nahrungsangebotes. Bitte setze keine Gifte ein und wähle natürliche Mittel. Gesunde und richtig gepflegte Pflanzen können sich selbst gegen „Schädlinge“ wehren.

Nahrungsangebot https://wildbee.ch/uploads/merkblaetter/wildBee_Merkblatt-Wildbienenfoerderung_Nahrung.pdf

Du kannst eine Bienenweide ansäen: https://wildbee.ch/wildbienen/nahrung/bienenweide oder eine Bienenweide anziehen: https://wildbee.ch/wildbienen/nahrung/bienenweide-anziehen. In deinem Nutzgarten kannst du entsprechend geeignete Pflanzen setzen: https://wildbee.ch/wildbienen/nahrung/im-nutzgarten, Bäume und Sträucher setzen: https://wildbee.ch/wildbienen/nahrung/baeume-und-straeucher oder ganz einfach und bequem Pflanzziegel setzen: https://wildbee.ch/wildbienen/nahrung/pflanzziegel

Lebensraum schaffen

Wo und wie können wir Lebensräume schaffen?

Das könnte schon auf dem Fenstersims sein:

oder auf dem Balkon:

oder an der Hauswand:

auf Beeten und Flächen:

oder indem ich meinen Garten naturnah gestalte:

Nistplätze

Wo natürliche Nistplätze fehlen, kann man diese schaffen: https://wildbee.ch/wildbienen/nistplaetze

Und wenn man Freude daran hat, kann man natürlich auch künstliche Nisthilfen bauen und aufhängen. Das machen wir ja auch. ABER: das allein ist keine Lösung, Wildbienen zu fördern. Leider wird zudem beim Bau der Nisthilfen oft einiges falsch gemacht, und auch die, die man kaufen kann, garantieren auch nicht, dass sie von Wildbienen aufgesucht werden. Hier die kritische Stimme dazu von wildbee: https://wildbee.ch/wildbienen/nisthilfen

Hier findet sich nochmals eine gute Zusammenfassung, was man bei künstlichen Nisthilfen beachten sollte: https://wildbienenschreiner.de/tipps.html

Ganz in der Nähe, in Eschenbach, findet man eine grosse Auswahl an Wildstauden bei Patricia Willi. Sortiments- und Speziallisten erleichtern den Einkauf: https://www.wildstauden.ch/cmsfiles/dokumente/liste_wildbienen_20.pdf

Grün statt Grau: Darum ist auch Ihr Garten wichtig!

Humusschicht im Garten abtragen, Vlies/ Folie ausbreiten, eine dicke Schicht Steine darauf verteilen. Allenfalls einige wenige stylische Pflanzen und/ oder Dekorationselemente (Metallkugeln, Lampen, Findlinge etc.). Fertig ist der moderne Schottergarten! In vielen Baumärkten wird ein Schottergarten sehr empfohlen, u.a. weil er schnell angelegt ist. Viele „Steingärtner“ bevorzugen die schlichte Aesthetik des grauen Steins, andere wollen sich im Garten einfach Arbeit ersparen.

Ob sich das wohl lohnt?

Ein Schottergarten befreit seinen Besitzer nicht ein für alle Mal von der Gartenarbeit. Schneller als erwartet bilden sich aus Laub, Staub und anderem organischen Material keimtaugliche Untergründe. Pflanzensamen werden eingeweht. Die Bekämpfung der daraus spriessenden Wildpflanzen wird aufwendig. Das Verwenden von Herbiziden ist verboten!

Zudem geraten Schottergärten aufgrund Ihrer problematischen Konsequenzen zunehmend in die Kritik von Gemeinden und Naturschutzverbänden: Die Böden werden teilweise versiegelt, das Regenwasser kann nur bedingt ablaufen.

Weiter sind Schottergärten mehrheitlich ökologisch wertlos, sei es für Pflanzen, Vögel und Insekten. Gerade in Wohngebieten sind bepflanzte Gärten für viele Tiere als sichere Lebensräume unverzichtbar.

Schottergärten verschlimmern die klimatischen Bedingungen im städtischen Bereich enorm. Die Steinflächen heizen sich unter Sonneneinstrahlung stark auf und speichern diese Hitze bis in die Abendstunden. Die kühlende Wirkung infolge Verdunstung durch Pflanzen fällt weitgehend weg.

Aufgrund dieser Folgen empfehlen einzelne Gemeinden bereits, keine Schottergärten anzulegen.

Darum: Weg von den Schotter- hin zu den Blühgärten!  

Als mögliche „Alternative“ zu Schottergärten bieten sich Kiesgärten mit einem mageren Substrat an. Das bietet für viele spezielle Arten, die heute eher selten geworden sind, einen nützlichen Lebensraum- seien es nun Pflanzen, Insekten oder Vögel. Die Entwicklung eines Kiesgartens braucht jeweils etwas Geduld, da die Pflanzen aufgrund des mageren Bodens eher langsam wachsen.

Ebikon freut sich auf möglichst viele blühende Gärten!

Monika Schybli

         

Wer sich nun noch weiter über Alternativen zu Schottergärten (=Beet mit Schotter- und Kiesabdeckung) informieren will, der findet hier Informationen zu den sog. Staudenbeeten in Schotter- und Kiessubstraten https://www.gartenakademie.rlp.de/Gartenakademie/Themen/Gartengestaltung/EntsteintEuch