Brombeergestrüpp

Heute waren wir bei frischem Wind und grauem Himmel unterwegs im Naturschutzgebiet Ried, um einerseits die sich ausbreitenden Brombeeren zurückzudrängen, andererseits schöne gerade und dicke Brombeerstängel von etwa 50 cm Länge als Nistmaterial für Wildbienen zu ernten.

Nur ein sehr kleiner Anteil aller Wildbienen, nämlich 3 %, nagt sich Gänge selbst ins Holz oder in markhaltige Pflanzenstängel. Pflanzenmark besteht aus abgestorbenen, mit Luft gefüllten Zellen. Aufgrund dieser Weichheit ist dieses Material sehr leicht für die Bienen zu bearbeiten. In der Natur werden fast nur Stängel besiedelt, die senkrecht oder schräg stehen und bei denen durch irgendeine Gewaltanwendung das Mark freiliegt, z. B. abgebrochene Brombeerranken. Durch den Stängel direkt ins Mark bohren können diese Bienen nicht, mit einer Ausnahme: die Dreizahn-Mauerbienen kann es – hat ja auch schon einen coolen Namen, oder?

Am meisten Bienen findet man in Brombeerstängeln, aber gut gehen auch Stängel von Beifuss, Distel, Heckenrose, Herzgespann, Holunder, Kletten, Königskerze, Sonnenblume. Wenn man also künstliche Nistplätze schaffen will, dann sollte man die Natur nachahmen: markhaltige Stängel einzeln (nicht in Bündeln) und senkrecht aufhängen! Mit einer Gartenschere auf eine Länge von 50-100 cm zuschneiden, dann an Holz- oder Metallstäbe mit Draht oder Sisalschnur festbinden und in den Boden stecken. Oder in einen Zaun einflechten, oder … es gibt viele Möglichkeiten.