Grün statt Grau: Darum ist auch Ihr Garten wichtig!

Humusschicht im Garten abtragen, Vlies/ Folie ausbreiten, eine dicke Schicht Steine darauf verteilen. Allenfalls einige wenige stylische Pflanzen und/ oder Dekorationselemente (Metallkugeln, Lampen, Findlinge etc.). Fertig ist der moderne Schottergarten! In vielen Baumärkten wird ein Schottergarten sehr empfohlen, u.a. weil er schnell angelegt ist. Viele „Steingärtner“ bevorzugen die schlichte Aesthetik des grauen Steins, andere wollen sich im Garten einfach Arbeit ersparen.

Ob sich das wohl lohnt?

Ein Schottergarten befreit seinen Besitzer nicht ein für alle Mal von der Gartenarbeit. Schneller als erwartet bilden sich aus Laub, Staub und anderem organischen Material keimtaugliche Untergründe. Pflanzensamen werden eingeweht. Die Bekämpfung der daraus spriessenden Wildpflanzen wird aufwendig. Das Verwenden von Herbiziden ist verboten!

Zudem geraten Schottergärten aufgrund Ihrer problematischen Konsequenzen zunehmend in die Kritik von Gemeinden und Naturschutzverbänden: Die Böden werden teilweise versiegelt, das Regenwasser kann nur bedingt ablaufen.

Weiter sind Schottergärten mehrheitlich ökologisch wertlos, sei es für Pflanzen, Vögel und Insekten. Gerade in Wohngebieten sind bepflanzte Gärten für viele Tiere als sichere Lebensräume unverzichtbar.

Schottergärten verschlimmern die klimatischen Bedingungen im städtischen Bereich enorm. Die Steinflächen heizen sich unter Sonneneinstrahlung stark auf und speichern diese Hitze bis in die Abendstunden. Die kühlende Wirkung infolge Verdunstung durch Pflanzen fällt weitgehend weg.

Aufgrund dieser Folgen empfehlen einzelne Gemeinden bereits, keine Schottergärten anzulegen.

Darum: Weg von den Schotter- hin zu den Blühgärten!  

Als mögliche „Alternative“ zu Schottergärten bieten sich Kiesgärten mit einem mageren Substrat an. Das bietet für viele spezielle Arten, die heute eher selten geworden sind, einen nützlichen Lebensraum- seien es nun Pflanzen, Insekten oder Vögel. Die Entwicklung eines Kiesgartens braucht jeweils etwas Geduld, da die Pflanzen aufgrund des mageren Bodens eher langsam wachsen.

Ebikon freut sich auf möglichst viele blühende Gärten!

Monika Schybli

         

Wer sich nun noch weiter über Alternativen zu Schottergärten (=Beet mit Schotter- und Kiesabdeckung) informieren will, der findet hier Informationen zu den sog. Staudenbeeten in Schotter- und Kiessubstraten https://www.gartenakademie.rlp.de/Gartenakademie/Themen/Gartengestaltung/EntsteintEuch